Was ist eigentlich ein "PA Träger" in der Feuerwehr?

26. März 2024
"Haben wir noch PA Träger in der Umkleide?", "Neubiberg 41/1 rückt mit 3 PA aus!". Aber was zur Hölle sind denn PA Träger?

Wir in der Feuerwehr bezeichnen als PA Träger einen Feuerwehrler, der Atemschutz trägt. PA steht für den Fachausdruck „Pressluftatmer“, der aber eigentlich nur das Gerät an sich beschreibt.

So, jetzt wissen wir zumindest schon mal im Groben was ein PA Träger ist.

Aber was macht den PA Träger so besonders?

Der PA Träger darf aufgrund seiner speziellen Ausbildung (dazu später mehr) Atemschutz tragen. Atemschutz wird immer dann benötigt, wenn im Einsatz gefährliche Atemgifte im Spiel sind, wie beispielsweise Rauchgase bei einem Zimmerbrand oder giftige Stoffe bei einem Gefahrstoffeinsatz – grundsätzlich also immer dann, wenn Gefahr für die eigenen Atemwege bestehen.

Um genau diese zu schützen, gibt es eine bestimmte Ausrüstung, welche die „normale“ Schutzausrüstung“ (Jacke, Hose, Helm, Schuhe, Handschuhe) um zusätzliche Ausrüstung, wie Flammschutzhaube, Atemschutzmaske und das Atemschutzgerät ergänzt. Das Atemschutzgerät selber besteht wiederum aus weiteren Komponenten wie druckluftbefüllter Flasche, Druckminderer, Lungenautomat sowie ein Manometer zur Kontrolle des Drucks.

Wenn man sich so die Ausrüstung anschaut, sieht man, dass ein PA Träger schon ziemlich viel an hat, um überhaupt in den Einsatz gehen zu können. Dazu kommen aber noch weitere für den Einsatz benötigten Materialien hinzu. So gehören bei einem Brandeinsatz beispielsweise noch Schläuche, Strahlrohr, Brechwerkzeuge, Rauchvorhang usw. dazu.

Wie wird der PA Träger jetzt im Einsatz eingesetzt?

Zum einen gibt es den Angriffstrupp, der beispielsweise als erstes in ein brennendes Haus rein geht. Er hat meistens als Aufgaben die „Personenrettung“ oder „Brandbekämpfung“. Zum anderen gibt es den Sicherungstrupp, der an der Einsatzstelle in Bereitschaft steht und eingreifen kann, wenn der Angriffstrupp oder weitere vorgehende Atemschutztrupps in Schwierigkeiten sind und Hilfe brauchen – das ist dann ein sogenannter „Atemschutznotfall“. Zur Abarbeitung eines solchen Notfalls hält der Sicherungstrupp spezielle Materialien vor, um dem verunfallten Geräteträger sofort wieder Luft zukommen zu lassen und  ihn dann aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Muss ich da etwa fit sein?

Atemschutzträger müssen physisch und psychisch fit sein. Die Arbeit unter Atemschutz ist oft sehr anstrengend – allein schon wegen der schweren Gerätschaften und der Belastung durch Brandhitze (das ist dann so wie in einer Sauna ….) – da wird manch einfache Tätigkeit im Einsatz oft sehr körperlich fordernd. Hinzu kommt noch, dass man durch die Maske ein eingeschränktes Sichtfeld hat oder sich im Brandrauch ohne Sicht nur tastend voran bewegen bzw. nur mit Hilfe einer Wärmebildkamera orientieren kann.

Um diese Fitness immer wieder zu bestätigen, muss jeder PA Träger in regelmäßigen Abständen eine Eignungsprüfung machen. Diese besteht zum einen aus einer umfangreichen alle drei Jahre stattfindende ärztlichen Untersuchung auf Tauglichkeit und zum anderen aus einer jährlichen „Belastungsübung“, welche dann zeigt, ob man fit genug für den Atemschutzeinsatz ist.

Übrigens, in der Regel beträgt die Einsatzzeit für einen PA Träger maximal 25-30 Minuten, da man unter körperlicher Belastung viel Luft verbraucht und die Luftflasche (300 bar) dann für ca. eine halbe Stunde ausreicht. Der Sicherungstrupp nutzt sogenannte „Twinpacks“, welche aus zwei 300 bar Luftflaschen bestehen und somit eine doppelt so lange Einsatzzeit ermöglichen.

Ausbildung

Neben der gesundheitlichen Eignung benötigt man übrigens man einen speziellen Lehrgang, um als Atemschutzträger eingesetzt zu werden. Dieser umfasst mehrere Stunden aufgeteilt auf 10 Abende. Und das alles investiert der Feuerwehrler in Neubiberg ehrenamtlich ohne irgendeine Bezahlung – für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger von Neubiberg!